124. Deutsche Junggeflügelschau und 32. VHGW - Bundesschau in Hannover 2005

Der Sonderverein der Sussex-und Zwergsussex hatte wie in den vergangenen Jahren eine Hauptsonderschau angemeldet, welche mit einer Tierzahl von 99 Sussex und 95 Zwergsussex besetzt war. Ganz neu in diesem Jahr in Hannover, wegen der Vogelgrippe, vor dem Einsetzen, eine tierärztliche Kontrolle, zumindest wurde in jede Transportkiste mit einer Taschenlampe rein geleuchtet. Die Methode war sehr zeitaufwendig und es kamen schon Wartezeiten bis zu 2 Stunden für manchen Einlieferer zusammen. Ich selbst kam in den frühen Abendstunden, wo der Hauptandrang nachgelassen hatte mit 20 Minuten aus und ich muss sagen, es war auf jeden Fall besser als wäre die Schau abgesagt worden, denn so mancher hat auch da seine Erfahrungen machen müssen, so wie zum Beispiel Sinsheim.

Als Preisrichter waren Gerald Beyermann für Sussex und Günter Dohrmann für Zwergsussex im Amt.

Bei den 23 Hähnen weiss-schwarzcolumbia, gleich im ersten Käfig ein Spitzenhahn mit V97 BB von Bär, er gefiel in allen Teilen mit einem besonders klarem Zeichnungsbild, wenn ich ihn mir in der rassetypischen Rechteckform noch deutlicher gewünscht hätte.

Zwei Hähne von Reimers konnten in Form und Farbe bestehen, aber einer musste im Winkel deutlicher und Vorkamm satter sein. Ein zweiter war noch unfertig im Abschluss und die Kehllappen sollten schon zarter und glatter sein. Ein zweiter war noch unfertig im Abschluss und die Kehllappen sollten schon zarter und glatter sein. Beide wurden mit sg95 E belohnt. Ein feiner, in allen Rassemerkmalen ausgebildeter 1,0 mit sg95 SE bewertet, kam aus der Zucht Raapke, nur im Silberweiß reiner wurde gewünscht. Wohlleber zeigte einen weiteren sg95 E Hahn, aber Schwanzdeckfedersaum freier putzen wäre zum Vorteil gewesen. Zwei Hähne mit annehmbaren Formen und Kopfpunkten wurden wegen unkorrekter Schwingenfarben auf u gesetzt, wichtiger wäre gewesen, die zutreffende Bezeichnung zu wählen, welche für solche Fälle vorgesehen ist.

Fünf b90 Noten und eine u.o. Note ließen den Gesamteindruck der 36 Hennen weiss-schwarzcolumbi nicht glücklich aussehen. Die bestbewerteste Henne kam von Klaus Hobbiebrunken mit V97 FVEB konnte sie in der Rechteckform gefallen, aber im Schenkelgefieder war sie lose, welches ich zwar nicht so streng sehe, dagegen war der Schwanzdeckfedersaum zu grob. Wie es sein sollte, konnte man vorbildlich in Käfig 4025 sehen, eine Henne die auch allen anderen Ansprüchen gerecht wurde. Leider hat sie sich bei der Bewertung nicht angeboten. Mit hv96 eine Henne von Reimers, welche auch in allen Rassemerkmale ansprach, jedoch in der Schwanzdeckfedergrundfarbe reiner schwarz sein sollte. Sg95 E noch für Hennen von Pieri, Erdmann 2 mal und Reimers 2 mal. Abschluss geschlossener tragen, mehr Blüte, Schwanzdeckfedergrundfarbe reiner und Kammfahne tiefer, war als Wunsch bei diesen Hennen zu erkennen. B90 und u.o. Noten gab es für M-Zacke, zu unreine Mantelgefiederfarbe, schlechte und gefärbte Schwingenfarbe, wobei letzteres u M die richtige Bezeichnung gewesen wäre.

Bei den 4,8 gelb-schwarzcolumbia war kein Spitzentier zu erkennen. 50% konnte sg nicht erreichen.

Mit sg94 E der Beste 1,0 non Nieft, farblich konnte er gefallen aber in der Oberlinie zeigte er sich hohlrund. Es fehlte die Brusttiefe und die Kammfahne sollte auch mehr der Nackenlinie folgen und nicht hoch stehen. B90 gab es für einen 1,0, welcher farblich positiv auffiel und feine Kehllappen zeigte, aber krumme Innenzehen und das schlechte Kammbild drückten die Note in den Keller. Zwei Hennen von Gundelwein erreichten sg95 KVE und sg95 E, der Typ stimmte, aber noch mehr Körper, freier im Stand und farblich gleichmäßiger hätte ihnen besser gestanden. B90 und u o gab es für krumme Zehen, M-Zacke und zu kleine Formen.

3,3 wildbraun, alle von Neudecker erreichten alle wenigstens sg. Hochfein der 1,0 mit V97 MB bewertet, zeigte er alles was man sich von diesem Farbenschlag vorstellt. Zwei weitere Hähne erreichten sg94.

Die beste Henne erreichte sg95 Z, auffallend und nicht zu übersehen war das abgebrochene oder angefressene Rückengefieder und bei den Hennen doch noch teilweise zu rostige Mantelgefieder. Die Größe und die Formen waren zufrieden stellend.

6,16 Sussex braun-porzellanfarbig, welche angetreten waren, ein 1,0 war zu Hause geblieben, hatten gleich zwei Spitzentiere, einmal V97 für einen 1,0 und einmal V97 für eine Henne, beide von Hallermann. Der 1,0 im Halsgefieder noch leicht unfertig, dagegen die 0,1 für diese frühe Schau prima in allen Rassemerkmalen, beide fielen besonders im klarem Zeichnungsbild auf. Hemmerle zeigte mit sg95 Z den Zweitbesten, ein feiner Formenhahn, jedoch im Winkel deutlicher und im Vorkamm kürzer wäre ein Vorteil gewesen. U o gab es für einen 1,0 wegen krumme Innenzehen und unkorrekte Schwingenfarbe. Da heutzutage jedes Tier bei der Bewertung aus dem Käfig genommen wird, ist ein natürliche Schwingenfarbe immer zum Vorteil, kleine schilfige Stellen bei den weiss-schwarzcolumbia sowie bei den braun-porzellanfarbigen werden meisstens großzügigerweise nur unter Wünsche festgehalten und in den Notenkeller geht es nur, wenn die Schwingenfarbe sehr bedenklich ist.

Bei den Hennen noch zwei mit sg95 E bewertet von Franke und Hallermann. War Franke sein 0,1 im Typ und Zeichnungsbild prima, zeigte sie doch unschöne Innenzehenstellung wobei die von Hallermann in den Kopfpunkten feuriger sein sollte, er zeigte noch eine weitere sg95 Henne, welche ebenfalls in den Kopfpunkten leuchtender sein sollte und im Vorkamm edler, ansonsten eine super Zeichnungshenne war.

Hennen, welche zu klein waren, unschöne Zehenstellung hatten, zerschlissene Schwingen zeigten, zu ungleichmäßig in der Perlengröße waren und fast weiße Köpfe hatten, wurden auf gut gesetzt. Ansonsten war der Notendurchschnitt für diesen schweren Farbenschlag zufrieden stellend, denn nur 30% erreichte kein sg.

Der Farbenschlag rot-schwarzcolumbia und grausilber wurde nicht gezeigt.

95 gemeldete Zwergsussex waren alle angetreten. 3 mal V97, 4 mal hv96, 72 mal sg, 14 mal gut und 2 mal b90 waren ein guter Notendurchschnitt.

Bei den 12, 1,0 weiss-schwarzcolumbia zeigte Bartels mit hv96 E den Besten, er verkörperte einen rassetypischen 1,0, jedoch deutlicher im Kragenschluss hätte ihm noch besser gestanden. Mit sg95 E bewertet aus gleicher Zucht, ihm wünschte man nur etwas mehr Brusttiefe. Nur zwei erreichten kein sg und mussten sich mit gut abfinden. Einige waren in der Halszeichnung reichlich knapp, hier muss mehr darauf geachtet werden, sie soll am Hinterkopf bis Augenhöhe reichen.

Bartels stellte auch von den 20 Hennen, mit V97 BLP die Beste, sie präsentierte sich in voller Kondition. Auf Platz zwei mit sg95 E eine Henne von Hilscher, sie zeigte eine ausgeprägte Rechteckform mit klaren Zeichnungsanlagen, jedoch auch schon in den Steuerfedern reichlich gesäumt und die sollen ja eigentlich rein schwarz sein. Hier muss in Zukunft mehr darauf geachtet werden, besonders bei den Hähnen, dass diese in den Steuerfedern keine Saumanlage aufweisen.

7,12 gelb-schwarzcolumbia konnten farblich gefallen. An der Spitze ein 1,0 mit V97 BB bewertet von Hobbiebrunken, er überzeugte besonders im voll ausgereiften Schwanzaufbau mit breiter grün glänzender Besichelung, aber nicht mehr kürzer in der rassetypischen Rechteckform. Ein 1,0 mit zu schmalem Halsschaftstrich wurde runter gesetzt. Hobbiebrunken stellte mit hv96 E auch die Beste 0,1 , wenn sie in Form und Farbe auch überzeugte, war sie im Stand doch reichlich tief, ein Übel was in letzter Zeit doch weniger geworden ist. Sg95 erreichten noch zwei Hennen von Sussmann und Hobbiebrunken. Hennen, welche keinen Winkel zeigten oder zu spitz im Abschluss waren, mussten mit tieferen Noten vorlieb nehmen.

Bei den 2,4 rot-schwarzcolumbia aus zwei Zuchten, fiel besonders ein 0,1 von Ahrens auf sg95 E hatte man für sie festgelegt, wobei mir der Kammschnitt doch allerdings sehr bedenklich erschien. 1 mal gut und 3 mal sg93 ließen diesen Farbenschlag nicht so gut aussehen.

4,5 Zwerge wildbraun waren farblich annehmbar. Mit sg95 SE ein feiner 1,0 von Hemmerle, welcher allerdings nicht mehr größer sein durfte. Die beste Henne mit sg95 E kam von Neudecker. Bei fast allen Hennen war das Rückengefieder zerschlissen oder durch Federfressen nicht in Schaukondition.

Bei den 4,5 braun-porzellanfarbigen war der Notendurchschnitt zufrieden stellend. Sg95 E für einen Hahn von Kretzer, bei allen ausgereiften Rassemerkmalen war er nur im Abschluss noch unfertig und konnte ansonsten schon gefallen. Kretzer stellte auch mit V97 MB die beste Henne, sie glänzte in allen Rassemerkmalen mit klarem Zeichnungsbild. Auch bei diesem Farbenschlag nur zwei Aussteller, somit konnte man hier zu dem heutigen Zuchtstand keine Vergleiche ziehen.

Sechs 1,0 grausilber von 3 Ausstellern hatten den Weg nach Hannover gefunden, sie konnten in Farbe, Zeichnungsanlage und Kopfpunkten bestehen, jedoch die Unterlinie und der Schwanzwinkel musste bei den meisten ausgeprägter sein. Drei erreichten sg94.

Bei den 12 Hennen, zwei von Schöpf mit hv96 E, konnte diese Gruppe glänzen. Alle anderen erreichten sg. Die Spitzentiere gefielen in allen Rassemerkmalen, nur auf den Flügeldecken im Silbersaum geschlossener wäre zum Vorteil gewesen. In 8771 eine super gezeichnete Henne von Bextermöller mit blühenden Kopfpunkten und passender Brustfarbe auch alle anderen Rassemerkmale waren zufrieden stellend. Sie muss sich bei der Bewertung nicht gezeigt haben und so für eine höhere Note nicht in Frage kam. Aber so etwas kommt immer wieder mal vor und auch ich habe da schon meine Erfahrung machen müssen.

Franz Hallermann, Zuchtwart