Vorsichts- und Vorbeugungsmaßnahmen zur Gesunderhaltung unserer gefiederten Freunde

Ganz besonders wichtig ist der Gesundheitszustand und die Fütterung der Elterntiere für den späteren züchterischen Erfolg. Manchmal ist es auch erforderlich entsprechende Blutuntersuchungen durchzuführen, um den Grund für entsprechende Leistungseinbrüche feststellen zu können.

Den Aspekt der Tierhygiene darf man nicht außer acht lassen. Hierunter zählt die Reinigung und Desinfektion der Stallungen sowie in der Bekämpfung von Parasiten und Schmarotzern des Tierbestandes.

Beim Umgang mit Desinfektionsmitteln muss man einige wichtige Dinge beachten. Nur der sachgemäße Gebrauch von Desinfektionsmitteln und eine vorhergehende intensive Reinigung des zu desinfizierenden Stalles oder der zu desinfizierenden Gerätschaft ermöglicht einen möglichst optimalen Desinfektions-erfolg. Die vorbeugende Desinfektion dient der allgemeinen Keimminderung in belegten und unbelegten Ställen. Einzeln gesäuberte und desinfizierte Stallungen/Buchten sind binnen kurzer Zeit bereits wieder mit Keimen behaftet, man erreicht nur eine Erregerverdünnung. Spezielle Desinfektion beinhaltet spezielle Maßnahmen zur Bekämpfung bestimmter Krankheitserreger (z.B. Salmonellen, Wurmeier), wobei eine möglichst vollständige Keimvernichtung erreicht werden soll. Insbesondere bei der Bekämpfung von Salmonellen muss man auf eine sorgfältige Desin-fektion achten, da diese besonders schwierig zu bekämpfen sind.

Maßnahmen gegen die Erregereinschleppung in einen Tierhal-tungsbetrieb.

Je wertvoller einem sein Tierbestand ist, desto genauer sollte man die folgende Punkte beachten:

Die Einschleppung von Krankheitserregern erfolgt meist durch Einstallung bereits kranker oder symtomlos infizierter Tiere, Transportkisten, Geräte, Futter, Menschen, Ratten, Mäuse, Vögel, Katzen, Hunde.

Gegenwirken kann man hier durch die Zuführung nur gesunder Tiere (Quarantäne), Fernhalten von Schadnagern und Vögeln.

Das dass gereichte Futter höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird versteht sich von selbst. Heutzutage bietet die Futtermittelindustrie gute Fertigmischungen an, dennoch sollte bei unserem Rassegeflügel auf gewisse Leckereien wie z.B. Sämereien, Bierhefe, Haferflocken / Haferkerne; Futterkalk etc nicht verzichtet werden und eine Verwendung auf dem Speiseplan finden. Auch nicht immer gilt der Leitsatz "Viel hilft viel", sondern insbesondere bei Vitaminen sollte man auf die richtige Gabe achten. Auch kann die Fütterung mit einem zu hohen Energiegehalt bereits als Junghenne zu einer Verfettung der Leber führen. Die Folge ist dann meist eine schlechte Legeleistung oder eine schlechte Schalenstabilität. Auch ist auf das richtige Calcium-Verhältnis zu achten, da dieses entscheidend für einen guten Knochenaufbau ist.

Labordiagnostik
Oft ist die Labordiagnostik die einzige Möglichkeit eine entsprechende Erkrankung beim Geflügel festzustellen. Manchmal ist es auch erforderlich ein schwaches Tier für die Diagnostik zu opfern, um so die Gesundheit des gesamten Bestandes zu sichern oder wie-derherstellen zu können.

Klinische Untersuchung
Die Klinische Untersuchung des Rassegeflügels umfasst zuerst die Beurteilung des äußeren Erscheinungsbilds. Das Federkleid des Ge-flügels reagiert rasch und nachhaltig auf äußere und innere Einwir-kungen, somit ist es ein Spiegel der Prozesse, die im Körper ablaufen.

Ein geübtes Auge kann anhand von Veränderungen im Gefieder den Gesundheitszustand und die äußeren Einwirkungen während der letzten Mauser - aber auch darüber hinaus - ablesen. Dann wird das Rassegeflügel je nach körperlicher Verfassung einer gründlichen klinischen Untersuchung unterzogen. Hierzu gehört z.B. die Beurteilung des Ernährungszustandes, sowie die Beurteilung der Augen und Nasenöffnungen, der Muskulatur, Schleimhäute und vieles mehr.

Die verschiedensten Erkrankungen des Geflügels spielen in der Ras-segeflügelzucht eine bedeutende Rolle. In erster Linie ist da sicherlich die Gumboro, ILT (Infektiöse Laryngotracheitis) und IB (Infektiöse Bronchtitis) sowie die Kokzidiose zu nennen.

Die Mareksche Krankheit des Huhnes ist weltweit verbreitet und von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Man unterscheidet bei der Marekschen Krankheit unterschiedlichste Verlaufsformen (Tumurös, Neural (klassisch), Okulär, Vorübergehende Lähmung, Persistierende Lähmung. Das Virus ist streng zellassoziiert (Zellgebunden). Die Impfung sollte daher auch stets mit einem gefriergetrockneten Marek-Impfstoff durchgeführt werden, da nur dieser zellgebundenes Virus enthält. Optimaler Weise verwendet man darüber hinaus noch einen Kombi-Impfstoff. Dieser enthält zwei verschiedene Impf-Viren, die einen deutlich breiteren Impfschutz erzeugen. diese Kombi-Impfung wird als Prophylaxe gegen die Mareksche Krankheit angeboten. Die Impfung erfolgt dabei in die Oberschenkelmuskulatur des Eintagskükens.